Vorträge von Dr. Caspari, Ärztlicher Direktor der Klinik Niederrhein

Die Behandlung von Adipositas und Diabetes mellitus in der Rehabilitation

Adipositas rückt in den Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Auch wenn es vor allem den Erfolgen der sogenannten „Abnehmspritze“ zu verdanken ist, so wird die Relevanz des Themas der breiten Öffentlichkeit bewusster.  Nicht nur der Leidensdruck vieler Patienten, auch volkswirtschaftlichen Folgen sind es wert, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. So verursacht Adipositas in Deutschland aktuell schätzungsweise 63 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Kosten – davon etwa die Hälfte direkt (Gesundheits-/Behandlungskosten) und die Hälfte indirekt (Arbeitsausfälle, Frühverrentung etc.).

Wie eine moderne Rehabilitation für Adipositas-Betroffene aussieht, schilderte Dr. Reiner Caspari, Ärztlicher Direktor der Klinik Niederrhein in seinem Webinar am 15. Oktober 2025.

Für viele Betroffene mit einem BMI bis 40, der die Grenze für die Intervention per bariatrischer Operation darstellt, ist eine Rehabilitation der erste Weg, um langfristigen Folgen zu begegnen. Welche Rolle die medikamentöse Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutide oder Tirzepatide) in der Rehabilitation spielt, erörterte Priv.-Doz. Dr. med. Reiner Caspari, Ärztlicher Direktor der Klinik Niederrhein in diesem Webinar.

Die Bedeutung der Ernährung in der Krebsbehandlung

Am 8. November 2025 fand in Koblenz der 6. Rheinland-Pfälzische Krebstag unter dem Motto „Information – Begegnung – Austausch“ statt. Die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. und das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen Mainz (UCT Mainz) boten einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Onkologie – von personalisierter Medizin über Bewegung und Ernährung bis hin zu unterstützenden Angeboten für Betroffene und Angehörige. Dr. Reiner Caspari war einer der Vortragenden und referierte über die Bedeutung der Ernährung in der Prävention, während der Therapie von Krebserkrankungen und danach.

Für einige ernährungsbedingte Risikofaktoren ist die Faktenlage gesichert: so steigert die Aufnahme von Aflatoxinen (Schimmelpilzgift) über Nahrungsmittel, Nitrosaminen aus gepökeltem Fleisch und generell stark erhöhter Konsum von rotem Fleisch sowie übermäßiger Alkoholkonsum das Risiko für Krebserkrankungen. Ein wichtiger und häufig unterschätzter Faktor für Krebserkrankungen liegt aber nicht in dem, was wir essen, sondern vielmehr in der Menge. So ist Adipositas in Folge einer anhaltend überhöhten Nährstoffzufuhr – meist mit eher ungesunden Lebensmitteln – für 8.5 % aller Krebserkrankungen verantwortlich [A. Wieneke, B. Barnes, H. Neuhauser, K. Kraywinkel; Abt. für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Robert Koch Institut Berlin].

Schwieriger gestaltet sich die Frage danach, was zur Vermeidung von Krebs oder im Rahmen der Behandlung von Krebs zu empfehlen ist. Hier gibt es keine eindeutig gesicherte Studienlage, ob eine besondere Diät besonders förderlich ist. Im Gegenteil: Extreme fortdauernde Reduktionsdiäten oder zu einseitige Ernährung schwächen das Immunsystem, wovon sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung von Krebs abzuraten ist. Was aber förderlich ist, erläutert Dr. Caspari in seinem Vortrag: Eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung (dreiviertel pflanzlich, ein Viertel tierische Produkte).

Den gesamten Vortrag finden Sie auf der Website der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e. V.