In:FORM
03
6/13

Auf der Suche nach einem Reha-Platz: Ist das digitale Entlassmanagement die richtige Lösung?

Die Suche nach einem geeigneten Reha-Platz stellt viele Sozialdienste und Zuweisende täglich vor Herausforderungen: Welche Klinik hat wann und wie viele Betten frei? Werden die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden dort optimal versorgt? Statt stundenlang von Klinik zu Klinik zu telefonieren, kann ein „intelligentes“ digitales System diese Fragen schnell und effizient beantworten.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen zielt darauf ab, solche Prozesse zu optimieren, ohne dabei den menschlichen Faktor aus den Augen zu verlieren. Der Klinikverbund der Deutschen Rentenversicherung Rheinland hat in den Kliniken Roderbirken und Niederrhein bereits entsprechende digitale Systeme eingeführt:

Diese Systeme ermöglichen Sozialdiensten, für Rehabilitierende mit psychosomatischen Beschwerden, Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Tumorerkrankungen sowie Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen verfügbare Rehabilitationsplätze zu finden.

"Wir bekommen auf die Anfrage hin eine Push-Mail und können Dokumente über das System austauschen. So kann der manchmal langwierige Prozess abgekürzt werden,“ erklärt Anna Harras, Aufnahmeleitung der Klinik Niederrhein, die Vorteile des digitalen Entlassmanagements.

„Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass oftmals Fragen offenbleiben. Hierfür sind wir natürlich auch weiterhin telefonisch erreichbar“, ergänzt Sven Wieden, Leitung Aufnahme/Empfang der Klinik Roderbirken. Die Systeme bringen eine Vereinfachung mit sich, müssen jedoch auch täglich mit Informationen versorgt werden. „Denn eine tägliche Pflege der Bettenverfügbarkeiten ist nötig, damit alle Zuweisenden in Echtzeit sehen können, wann sie welche Rehabilitierenden unterbringen können,“ so Sven Wieden weiter.

„Wir wünschen uns daher, dass nicht zu viele verschiedene Systeme zum Einsatz kommen, um den Arbeitsaufwand im Rahmen zu halten. Aktuell erreichen uns noch die meisten Anfragen auf den analogen Kanälen via Telefon und Fax. Die digitale Ergänzung wird aber zukünftig sicher noch stärker angenommen. Je weniger Systeme wir im Blick haben müssen, desto schneller können wir agieren,“ gibt Anna Harras zu bedenken.

Insgesamt gesehen wird die Digitalisierung im Entlassmanagement in Zukunft weiter zunehmen und intelligente Systeme können eine Arbeitserleichterung für alle darstellen. „Wir haben schon Fälle gehabt, da konnten wir auf diesem Weg Rehabilitandinnen und Rehabilitanden eine knappe Woche nach der Anfrage erfolgreich aufnehmen,“ berichtet Anna Harras. Auch Sven Wieden ist überzeugt, dass die digitalen Systeme langfristig Zeit einsparen können. „Dann können wir uns effizienter dem widmen, was wir am liebsten tun: In den direkten Austausch mit Menschen gehen und Fragen beantworten, für die der persönliche Kontakt hilfreich ist.“

Die kontinuierliche Verbesserung dieser Systeme wird dabei helfen, die Prozesse weiter zu optimieren und die Qualität der Patientenversorgung zu erhöhen. Der Weg in die digitale Zukunft ist ein wichtiger Schritt, um den steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen gerecht zu werden.