In:FORM
01
5/10
Zurück

Die Diagnose Post-Covid

Entsprechend der aktuell gültigen AWMF-Leitlinien1 wird als Long-Covid eine anhaltende Symptomatik zwischen vier und zwölf Wochen bezeichnet. Der Begriff Post-COVID-Syndrom (PCS) wird gebraucht, wenn die Erkrankung bzw. deren Folgesymptomatik nach den zwölf Wochen weiter besteht.

Charakteristisch und gleichzeitig wichtig für die Therapiemaßnahmen ist, dass meist mehrere Organsysteme betroffen sind. Ganz im Vordergrund stehen jedoch die rasche Erschöpfung bei körperlichen oder mentaler Belastung, Luftnot und Muskelschmerzen.  

Bezüglich der Pathogenese werden verschiedenste Mechanismen diskutiert: anhaltende Entzündungsreaktionen, Viruspersistenz (zum Beispiel im Mikrobiom), aktivierte Gerinnungsprozesse mit Mikrothromben und Endothelreaktionen sowie autoimmune Reaktionen2.

Das PCS ist gemäß der Definition der WHO3 eine Ausschlussdiagnose, da bis dato weder apparative noch laborchemischer Marker das Vorliegen eines PCSs beweisen bzw. dieses anhand diagnostischer Parameter ausgeschlossen werden kann. 

Die Diagnosestellung erfolgt, wenn die relevanten Symptome nicht bereits vor der SARS-CoV-2-Infektion bestanden haben.


1) AWMF. S2k-LL SARS-CoV-2, COVID-19 und (Früh-) Rehabilitation, AWMF-Registernummer: 080/0082022. Available from: https://register.awmf.org/assets/guidelines/080-008l_S2k_SARS-CoV-2_COVID-19_und_Frueh-_Rehabilitation_2022-11.pdf.

2) Rónan Astin et al, Long COVID: Mechanismen, Risikofaktoren und Genesung, Kompass Pneumol 2023;11:60–71 DOI: 10.1159/000529939 

3) WHO. A clinical case definition of post COVID-19 condition by a Delphiconsensus2021. Available from: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-2019-nCoV-Post_COVID-19_condition-Clinical_case_definition-2021.1.

Zurück

Die Therapie des PCS

Noch existiert wenig Evidenz für die Therapie und die Vorhersage einer erfolgreichen Genesung und Rehabilitation dieser Patientengruppe. Diese wird vor allem dadurch erschwert, dass aufgrund der Komplexität und Variabilität der Symptomausprägung kein modulares therapeutisches Vorgehen möglich ist. 

In ersten Studien hat sich gezeigt, dass folgende Anwendungen unter anderen erfolgsversprechend sind4,5:

  • Atemphysiotherapie, gegebenenfalls in Verbindung mit manueller Therapie.
  • Psychoedukative Maßnahmen und psychosoziale Unterstützung in indikationsspezifischen Gruppen.
  • Bewegungstherapie.

Für die Wahl der Klinik ist es daher sinnvoll, sich nach der vorherrschenden Symptomatik der jeweiligen Patientinnen und Patienten zu richten:

Die Klinik Roderbirken bietet das Knowhow der kardiologischen Reha und eignet sich daher vor allem für Rehabilitierende, deren körperliche Herz-Kreislauf-Symptome im Vordergrund stehen.

In der Rehabilitationseinrichtung Eifelklinik mit dem psychosomatischen Schwerpunkt sind hingegen Rehabilitierende besonders gut aufgehoben, deren Symptomatik eher mit Ängsten, Konzentrationsstörungen und Depression verbunden sind. Hier werden spezifische Programme, wie unter anderem gezielte Konzentrationstrainings und ergotherapeutische Konzepte angeboten.

Bei der Therapiegestaltung ist es entscheidend auf das sogenannte Pacing (sich selbst das richtige Tempo vorgeben) zu achten. "Das heißt, wir passen die Belastung in der Rehabilitation ganz individuell an die Grenzen der Rehabilitierenden an", erklärt Dr. Bommersbach, ärztlicher Direktor in der Eifelklinik. "Gewährleisten können wir dies unter anderem durch engmaschige, interdisziplinäre Besprechung im Reha-Team."

Im Eckpunktepapier für die medizinische Rehabilitation bei Post-Covid-Syndrom der DGUV und DRV Bund (Stand Oktober 2023) finden Sie weitere nützliche Infos zum Thema.


4) Kupferschmitt A LE, Tüter H, Etzrodt F, Loew TH and Köllner V (2023)

First results from post-COVID inpatient rehabilitation. Front Rehabil Sci. 2022;3.

5) Gloeckl R, Leitl D, Jarosch I, Schneeberger T, Nell C, Stenzel N, etal. Benefits of pulmonary rehabilitation in COVID-19: a prospective observational cohort study. ERJ Open Res. 2021;7(2).

Zurück ins Leben
– wie gelingt eine erfolgreiche Post-Covid-Reha?

Patientinnen und Patienten, bei denen die Covid-19-Symptomatik mehr als zwölf Wochen anhält, benötigen individuell angepasste Therapien. 

Die Rehabilitationseinrichtungen der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, die Eifelklinik in Manderscheid und die Klinik Roderbirken in Leichlingen bieten spezielle, auf diese Rehabilitandinnen und Rehabilitanden abgestimmte Programme. Ein interdisziplinäres Team arbeitet gezielt an der Wiederherstellung der nicht nur körperlichen, sondern auch mentalen Gesundheit. Ziel ist es, Langzeitfolgen zu minimieren und den Betroffenen eine bessere Lebensqualität sowie Teilhabe zu ermöglichen, dazu gibt es bereits erste ermutigende Studiendaten.

Die Diagnose Post-Covid

Entsprechend der aktuell gültigen AWMF-Leitlinien1 wird als Long-Covid eine anhaltende Symptomatik zwischen vier und zwölf Wochen bezeichnet. Der Begriff Post-COVID-Syndrom (PCS) wird gebraucht, wenn die Erkrankung bzw. deren Folgesymptomatik nach den zwölf Wochen weiter besteht.

Charakteristisch und gleichzeitig wichtig für die Therapiemaßnahmen ist, dass meist mehrere Organsysteme betroffen sind. Ganz im Vordergrund stehen jedoch die rasche Erschöpfung bei körperlichen oder mentaler Belastung, Luftnot und Muskelschmerzen.  

Bezüglich der Pathogenese werden verschiedenste Mechanismen diskutiert: anhaltende Entzündungsreaktionen, Viruspersistenz (zum Beispiel im Mikrobiom), aktivierte Gerinnungsprozesse mit Mikrothromben und Endothelreaktionen sowie autoimmune Reaktionen2.

Das PCS ist gemäß der Definition der WHO3 eine Ausschlussdiagnose, da bis dato weder apparative noch laborchemischer Marker das Vorliegen eines PCSs beweisen bzw. dieses anhand diagnostischer Parameter ausgeschlossen werden kann. 

Die Diagnosestellung erfolgt, wenn die relevanten Symptome nicht bereits vor der SARS-CoV-2-Infektion bestanden haben.


1) AWMF. S2k-LL SARS-CoV-2, COVID-19 und (Früh-) Rehabilitation, AWMF-Registernummer: 080/0082022. Available from: https://register.awmf.org/assets/guidelines/080-008l_S2k_SARS-CoV-2_COVID-19_und_Frueh-_Rehabilitation_2022-11.pdf.

2) Rónan Astin et al, Long COVID: Mechanismen, Risikofaktoren und Genesung, Kompass Pneumol 2023;11:60–71 DOI: 10.1159/000529939 

3) WHO. A clinical case definition of post COVID-19 condition by a Delphiconsensus2021. Available from: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-2019-nCoV-Post_COVID-19_condition-Clinical_case_definition-2021.1.